Aus meinem Feldtagebuch
Dachte mir, ein paar Auszüge aus meinem Feldforschungstagebuch versüßen das Blog!
01.02.08
Fieldwork live with hot chocolate and carrot cupcake
Nach dem Interview gehe ich noch in ein anderes Café in der Kastanienallee um das Interview auszuwerten. Chillige R&B Musik ertönt in einer der klassischen Coffeebars in Prenzlberg. Das Kuchenregal surrt beruhigend vor sich hin. Mich strahlen eine heiße Erdnussschockolade und ein Möhrencupcake an, über und über mit weißer Creme bezogen. Draußen fährt die Tram. Szenige Leute stolzieren in Lacklederstiefeln vorbei. Eine Businessfrau liest bei einem schnellen Espresso die Tageszeitung. Das schrille Orange der Apfelsinenberge, im türkischen Obstladen von gegenüber, erleuchtet die Straße. So muss Feldforschung sein, oder?
26.04.08
Ich sitze in einer Galerie in Prenzlauer Berg. Weiße Wände, konzentriertes Summen vom Beamer, der eine Videoinstellation an die Wand projiziert. Skulpturen, Bilder, Lichtreflexe. Es ist ruhig, die Straße lebt draußen entspannt vor sich hin, ich kann mich bestens auf meinen Laptop konzentrieren. Hier in der Galerie kommt nur alle paar Stunden jemand vorbei. Es ist wie im Büro, nur schöner: Kunst umgibt mich. Es ist wie zuhause, nur ruhiger: Kein Telefon klingelt. Ich bin inmitten von Szene, Kunst, Wissenschaft und urbaner Kultur und darüber hinaus unglaublich produktiv. Irgendwo, nicht weit von hier, müssen sie sitzen, die DiBo’s. Ich spüre eine Verbundenheit durch Mauern oder Straßenzüge hinweg. Eigentlich biete ich ein klassisches Bild: Eine karge Spanplattenplatte auf zwei Balken in einem Berliner Altbau mit Dielen. Ein Laptop. Eine Tasse Kaffee und ein paar Skripte. That’s bohème, darling! And digital anyway!

Juni 16, 2008 um 12:07 Uhr vormittags
ne, boheme ist das net.